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Der EU AI Act

Was bedeutet das für österreichische KMU?

Seit August 2024 gilt der EU AI Act – das weltweit erste umfassende Gesetz zur Regulierung von Künstlicher Intelligenz. Bis 2027 werden die Regelungen schrittweise verpflichtend. Viele Unternehmen wissen noch nicht, ob und wie sie betroffen sind. 

Wir geben einen Überblick.


Was ist der EU AI Act überhaupt?

Der AI Act ist ein EU-Gesetz, das einheitliche Regeln für den Einsatz von Künstlicher Intelligenz in Europa schafft. Das Ziel: KI sicher, transparent und nachvollziehbar machen – für Unternehmen und Nutzer gleichermaßen.

Anders als viele glauben, richtet sich der AI Act nicht nur an Technologiekonzerne oder KI-Entwickler. Er betrifft grundsätzlich alle Unternehmen, die KI-Systeme einsetzen – unabhängig von Größe oder Branche.


Wen betrifft der AI Act konkret?

Betroffen sind nicht nur jene die KI entwickeln, sondern auch Unternehmen die KI-Systeme nutzen – zum Beispiel für:

  • Recruiting und Personalentscheidungen 
  • Kundenkommunikation und Chatbots 
  • Prozessautomatisierung 
  • Entscheidungsunterstützung im Tagesgeschäft

Für österreichische KMU bedeutet das: Wer heute bereits KI-Tools einsetzt – bewusst oder unbewusst – sollte sich mit dem AI Act vertraut machen.


Was müssen KMU jetzt konkret tun?

Die gute Nachricht zuerst: Die meisten KMU nutzen KI im niedrigen Risikobereich – und sind damit kaum direkt betroffen. Trotzdem zahlt es sich aus, frühzeitig den Überblick zu behalten. Drei Schritte helfen dabei:

1. Bestandsaufnahme 

Welche KI-Tools werden im Unternehmen bereits eingesetzt? Das können offensichtliche Tools sein wie ChatGPT oder Copilot – aber auch KI-Funktionen die in bestehender Software integriert sind, z.B. in CRM-Systemen, ERP-Lösungen oder Marketing-Tools.

2. Einordnung 

Wie werden diese Tools konkret genutzt und welche Pflichten entstehen daraus? Je nachdem, für welchen Zweck KI eingesetzt wird, gelten unterschiedliche Anforderungen. Ein Chatbot, das Kundenanfragen beantwortet, muss sich z.B. als KI zu erkennen geben.

3. Dokumentation 

Transparenz und Nachvollziehbarkeit sind zentrale Anforderungen des AI Act. Unternehmen sollten dokumentieren, welche KI-Systeme sie einsetzen, zu welchem Zweck und wie Entscheidungen zustande kommen.

"Die Regularien für digitale Systeme werden in unserer schnelllebigen Zeit permanent umfangreicher und es wird für unsere KMU immer schwieriger, jeweils am letzten Stand zu bleiben. Umso wichtiger ist es, dafür einen verlässlichen Partner an seiner Seite zu haben, der einerseits diese Änderungen im Blick hat und andererseits auch die optimale technische Umsetzung gewährleisten kann."

Hans-Peter Schölnberger
Consultant


Was bedeutet das für Odoo-Nutzer?

Odoo integriert zunehmend KI-Funktionen – etwa für Verkaufsprognosen, automatische E-Mail-Klassifizierung oder Lagerverwaltung. Als Odoo-Partner behalten wir bei MULTIOSS diese Entwicklungen genau im Blick und unterstützen unsere Kunden dabei, die neuen Anforderungen im System korrekt umzusetzen.


Fazit

Der EU AI Act ist kein Grund zur Panik – aber ein Anlass, den eigenen KI-Einsatz zu reflektieren. Wer jetzt eine Bestandsaufnahme macht, ist gut vorbereitet, wenn die Regelungen schrittweise in Kraft treten.

Über den Autor

Hans-Peter Schölnberger war über 15 Jahren in der Bankenwelt tätig – mit Schwerpunkt auf Risikomanagement und Unternehmenssanierung. Als Consultant bei MULTIOSS berät er Unternehmen in den Bereichen Businessplanung, Finanzierung und Sanierung.


Der EU AI Act
Hans-Peter Schölnberger 24. April 2026
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